BILD: JENSEITS DER ZEIT Die Luftgängerin zeigt ihr Gesicht nicht. Die Frau hier schon. Doch sie blickt uns nicht an. Sie befindet sich im ewigen Schlaf. Auch dieses Bild hat seine Geschichte. Ein Vater verlor seine acht Monate alte Tochter. Jahr für Jahr feiert er ihren Geburtstag. Wie kann ein Bild ausdrücken, wofür Worte nicht mehr ausreichen? Mit einem konkreten Porträt? Wahrscheinlich nicht. Und doch malte ich dieses Bild – auf der Suche nach einer Form der Erinnerung, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. Aus einem unvorstellbaren Verlust entstand kein dramatisches Bild, sondern ein Gedenken an ein Leben, das nie gelebt werden konnte. Ich male nicht den Schmerz. Ich suche nach einer Form, in der Schmerz verwandelt wird, nicht verleugnet, sondern in etwas Ruhiges und Würdevolles. Ich male den Raum, der entsteht, wenn der Schmerz still geworden ist. BILD: DIE LUFTGÄNGERIN Sie erscheint nicht vollständig. Sie ist gesichtslos. Sie bleibt anonym und wird dadurch eher zum Symbol als zum Porträt. Sie beginnt dort, wo Bewegung auf Stille trifft. Das Bild erzählt von einem inneren Weg, von Erinnerung, Loslassen und der Kraft, sich immer wieder neu zu entfalten. In diesem Raum verschmelzen Figur, Stoff und Farbe zu einer inneren Landschaft. Sichtbares und Unsichtbares begegnen sich. Der fliessende Stoff wird zum Träger von Wandel und Emotion. Das Bild schweigt nicht – es ist still. Es lädt den Betrachter ein, innezuhalten und die eigene Geschichte darin zu entdecken. Dieses Werk entstand vor mehr als drei Jahrzehnten, in einer Zeit tiefgreifender persönlicher Umbrüche. Es begleitete mich viele Jahre in meinem privaten Lebensraum, bevor ich mich entschloss, es erstmals öffentlich zu zeigen. Es erzählt nicht von Verzweiflung, sondern von der stillen Kraft eines Neubeginns.


  • Datum:10.10.2026 10:29 - 10.10.2026 10:29
  • Ort Galerie Meetloft, München (Karte)
  • Weitere Informationen:kooppstrasse 15, 81379 München