STILLE SELBSTGESPRÄCHE – VISUELLE REFLEXIONEN In meiner Ausstellung präsentiere ich eine Sammlung abstrakter Malereien, die in ruhigen Kompositionen und einer Palette von Farben Rot, Blau, Grün und Braun. Diese Werke sind nicht nur Ausdruck meiner künstlerischen Vision, sondern auch tief verwurzelte Reflexionen über die Welt um uns herum und meine persönliche Lebensgeschichte. Die Verwendung von Acryl und Aquarell ermöglicht mir, die Vielschichtigkeit von Emotionen und Gedanken zu erfassen. Jedes Bild ist ein Dialog zwischen dem Inneren und dem Äußeren, ein Versuch, das Unaussprechliche in visuelle Form zu bringen. In Momenten, in denen mir die Worte fehlen, spreche, schreie oder auch schweige ich durch die Farben und Formen, die ich auf die Leinwand bringe. Einige meiner Werke sind inspiriert von historischen Ereignissen, die die Welt erschüttert haben. So reflektiere ich beispielsweise über die letzten Tage von Papst Johannes Paul II. (Wojtyla), dessen Sterben eine kollektive Trauer und Hoffnung in der Gesellschaft auslöste. Diese Emotionen finden ihren Ausdruck in sanften Blautönen, die sowohl Trauer, Ruhe und Melancholie vermitteln. Ein weiteres Bild thematisiert die Vergiftung in der U-Bahn in England – ein tragisches Ereignis, das uns an die Fragilität des Lebens erinnert. Hier nutze ich kräftigere Farben, um die Intensität des Schmerzes und der Angst darzustellen, die solche Ereignisse hervorrufen. Doch nicht nur die Weltgeschichte spiegelt sich in meinen Arbeiten wider. Auch meine persönliche Lebensgeschichte fließt in die Malerei ein. In Zeiten der Unsicherheit und des Zweifels, wenn ich das Gefühl habe, dass mir die Worte fehlen, finde ich Trost und Ausdruck in der Kunst. Jedes Bild wird zu einem stillen Schrei, einem Versuch, meine innersten Gedanken und Gefühle zu kommunizieren. Diese Ausstellung lädt den Betrachter ein, in die Tiefe der Farben einzutauchen und die Geschichten zu entdecken, die zwischen den Pinselstrichen verborgen liegen. Ich lade Sie ein, die Stille und die Emotionen zu erleben, die in jedem Werk mitschwingen, und vielleicht auch Ihre eigenen Reflexionen und Gefühle in diesen abstrakten Kompositionen zu finden.
IN MEMORIAM FÜR WOJTYLA (PAPST JOHANNES PAUL II.)
Die 5 Bilder (je 100 x 170 cm gross), die ich in Zentrum meiner Ausstellung stelle, sind «IN MEMORIAM» für Papst Wojtyla (Johannes Paul II.), den ersten Papst aus kommunistisch-sozialistischem Land. Ich musste sie malen, obwohl es mir nicht ganz klar war, warum, da ich Atheistisch erzogen worden bin. Aber ich fühlte mich nicht nur von seiner Persönlichkeit angezogen, sondern irgendwie verpflichtet, wegen seiner Zugehörigkeit zum slawischen Volk, meinem Volk. Als er im Sterben lag, hatte ich vor, ein grosses Bild ihm zu Ehre zu malen, und es sah so aus, es kann jede Zeit passieren. Das tat er aber nicht. Er machte es nicht nur mir, sondern der ganzen Welt, die ihn begleitet haben, nicht so leicht. Er starb nicht nach der ersten, nicht nach der zweiten, dritten oder vierten Leinwand, sondern erst nach der fünften. Erst dann ist er gegangen. Es dauerte eineinhalb Monate, bis er erlöst war. Und ich schuf inzwischen diese Serie im blau, der Farbe des Trauerns, wie es P. Picasso verstand, und seine «Blaue Phase» hatte, seine Reflexion und Verarbeitung, seinem besten Freund, der starb, gewidmet. Dieses habe ich erst später erfahren und plötzlich wusste ich, warum ich die Bilder auch blau malte. Musste. Wenn man die Bilder genauer anschaut, findet er einen kleinen goldige Streifen, der sich durch alle 5 Leinwände unauffällig von links unten bis nach rechts oben des fünften Bildes zieht. Als ein ewiges Licht, dem er gefolgt ist. Es war für mich etwas ganz Wichtiges, diese intuitive, wie man heute sagen würde – geistig-virtuelle Sterbebegleitung, vielleicht war es ein unbewusster Ersatz, da ich als Flüchtling keine Chance hatte, meine Eltern, als sie im Sterben lagen, zu begleiten. Es war 4Jahre nach meiner Flucht, ich war gerade 24 Jahre alt. Leider haben mich meine Brüder erst nach ihrem Tod informiert…
Ich malte diese Bilder intuitiv im blau, und viel später habe ich erfahren, dass P. Picassos «Blaue Ära» seinem besten Freund gewidmet hat, der gestorben ist. Blau war für ihn die Farbe des Trauerns. Wie die meine. Ich malte die Bilder eineinhalb Monat lang, solange hat der Papst für sein Abschied von dieser Erde gebraucht…
(Papst Johannes Paul II. bürgerlich Karol Józef Wojtyła war von 1978 bis zu seinem Tod im Jahr 2005 Staatsoberhaupt der Vatikanstadt. Sein Pontifikat dauerte 26 Jahre und 5 Monate; ein längeres ist nur für Pius IX. belegt. Er war der erste Nicht-Italiener seit 1522. Ihm wird eine massgebliche Rolle bei der Beendigung des Sozialismus in seinem Heimatland Polen zugeschrie-ben. Er lag seit Anfang Februar schwer krank, sein Sterbeweg, der ich mit meinen Bildern begleitete, dauerte etwa zwei Monate, ca. 60–61 Tage.
LONDONER ANSCHLAG AUF U-BAHN 2017 (ROTES BILD)
Bei einem Terroranschlag in einer Londoner U-Bahn am15. September 2017 an der Station Parsons Green wurden 29 bis 69 Personen durch eine improvisierte Bombe verletzt. Der IS reklamierte die Tat, für sich. Ein 18-jähriger Verdächtiger wurde festgenommen. Eine selbstgebaute Bombe (unvollständig detoniert) verursachte eine Verpuffung und einen Feuerball.
Überwiegend wurden Menschen durch Verbrennungen verletzt. Berichte über die genaue Zahl variierten zwischen 29 und 69 Verletzten.
Die Polizei stufte den Vorfall als Terrorakt ein, und die Terror-
warnstufe wurde vorübergehend auf «kritisch» erhöht. Ein 18-jähriger Tatverdächtiger wurde am Tag darauf in Dover festgenommen.
Dies war nicht der erste Anschlag auf den Londoner Nahverkehr.